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Mit Pflanzen gegen Wechselbeschwerden

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Pflanzliche Heilmittel haben viele Vorteile: sie können sowohl kurzfristig, im Zuge vorübergehender Beschwerden verwendet werden. Aber auch langfristig, wie etwa in den Wechseljahren, sorgen sie sanft für eine ausgeglichene Stimmung und Wohlbefinden.

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Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen: das sind nur einige der Beschwerden, mit denen viele reife Frauen konfrontiert sind. Die Beschwerdebilder sind sehr unterschiedlich und reichen von Kopfschmerz, über Migräne-ähnliche Zustände, Völlegefühl, geschwollene Beine, aufgequollene Lider bis hin zu Schlafstörungen. Je nach Beschwerdebild werden unterschiedliche Heilpflanzen bei Frauenleiden verwendet, die jeweils ihre spezielle Wirkung entfalten. Viele Frauen klagen über häufige Vaginalinfektionen, die viele Ursachen haben können. Stress, Nervosität oder übermäßige Intimhygiene, aber auch Medikamente wie Antibiotika können die Beschwerden hervorrufen. Hilfreich sind in diesem Fall Kräuterspülungen mit ätherischen Ölen oder Kräuterzäpfchen.

Reinigende Essenzen

Hitzewallungen sind vielfach lästige Begleiterscheinungen in den Wechseljahren. Kühlend wirken Tees aus Salbei (1 Prise und 1/2 l Wasser 3 Minuten kochen), Pfefferminze und Brennnessel. Im Zuge der Menopause leiden viele Frauen auch an Scheidentrockenheit. Das können Frauen mit Tampons aus Joghurt und Sesamöl bekämpfen. Dazu wird 1 Teelöffel Joghurt mit 1 Teelöffel Sesamöl vermischt, in diese Mischung tauchen Sie einen Tampon, eine Nacht einwirken lassen, 3 Mal pro Woche angewendet, ist dies eine natürliche Behandlungsmöglichkeit, so Naturmedizinerin Dr. Petra Zizenbacher* Um das Wohlbefinden zu steigern, eignen sich auch Teemischungen bzw. Tees aus Alant- und Eibischwurzel, Frauenmantel oder Schafgarbe.

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Den Lebensstil überdenken

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Die Naturmedizinerin gibt zu bedenken, dass jede Pflanze ihre Wirkung nur entfalten kann, wenn Lebensstil und Ernährung entsprechend angepasst werden. Eine Pflanze kann keine Wunder wirken, wenn der Körper durch zu viel Kaffee, Fleisch, Nikotin belastet wird und keine Vitalstoffe bekommt. Wichtig ist es daher, 2 bis 3 Portionen frisches, saisonales und unbehandeltes Gemüse zu verzehren und Wurst und Fleisch eher selten zu konsumieren. Drei kaffeefreie Monate im Jahr schonen Darm und Nerven, so Naturmedizinerin Petra Zizenbacher. Außerdem trägt sanfte Bewegung zu körperlichem Wohlgefühl bei. Yoga und Bewegung an der frischen Luft wirkt gegen Schmerzen, Krämpfe und hilft bei inneren Spannungen.

Gerade im Bereich der Frauenheilkunde sind sanfte Arzneien eine gute Wahl. Sie können eine Erkrankung zwar nicht heilen, doch die Symptome verbessern, Schmerzen lindern und damit die Lebensqualität grundlegend verbessern.

Das hilft bei Frauenleiden (nach Dr. Petra Zizenbacher*)

Mönchspfeffer, Frauenmantel, Ringelblume

Die Wirkung von Mönchspfeffer liegt in den Früchten, in so genannten „Terpenen“. Diese Substanzen verringern die Prolaktinproduktion und fördern die in den Wechseljahren abfallende Östrogen- und Gestagenproduktion. Bei der Anwendung von Pflanzen(mischungen) sollte frau auch auf ihre Tagesverfassung, sowie auf Mondphasen achten. In der ersten Zyklushälfte eignen sich Schafgarbe und Ringelblume, in der zweiten Phase – hin zum Vollmond – ist Frauenmantel besser wirksam.

Johanniskraut, Lindenblüte

Das Kraut der Pflanzen wirkt stimmungsaufhellend und krampflösend und eignet sich zur Anwendung bei Depressionen, Stimmungsschwankungen oder Entzündungen. Johanniskraut und Lindenblüten sind „die“ Pflanzen der Wechseljahre. Als Öl oder Tee angewendet, hat sich das Echte Johanniskraut vor allem aufgrund seiner Wirkstoffe Hypericin (antidepressiv) und Flavonoide (gefäßschützend, antioxidativ) bewährt. Lindenblüten wirken lästigen Hitzewallungen entgegen.

Baldrian, Hopfen

Seine Heilkraft entspringt der Wurzel – frisch oder getrocknet wird sie zu verschiedenen Präparaten (Tropfen, Kapseln, Tees) verarbeitet. Bei Schlafstörungen, nervöser Unruhe oder Herzbeschwerden wirkt Baldrian beruhigend und entspannend. Am wirkungsvollsten ist eine Kombination aus Baldrianwurzel und Hopfenblüten.

Lavendel

Bei Schlafstörungen oder Fieber entspannen die darin enthaltenen ätherischen Öle. Lavendelöl hilft bei Juckreiz in der Scheide bei Pilzen oder Bakterien. Er fördert die Wundheilung, als Bad wirkt Lavendel entspannend und entkrampfend. darf man Lavendelöl auch mal pur auf die Haut geben.

Kamille, Eichenrinde

Bei Scheidenpilz, bei bakteriellen Scheideninfektionen oder bei Harnwegsinfekten helfen Sitzbäder aus den Aufgüssen der Pflanzen. Die in der Eichenrinde enthaltenen Gerbstoffe, aber auch die entzündungshemmenden Substanzen in Kamille, Heidekraut oder Schafgarbe lindert Entzündungen. Vorsicht: Eichenrinde kann die von Scheidenpilzen ohnedies schon trockene Haut weiter austrocknen, vor allem bei Frauen, deren Haut wenig an pflanzliche Heilmittel gewohnt ist. Sie sollte daher nur bei starkem Ausfluss verwendet werden; wichtig ist es überdies, nicht Konzentrate, sondern in Wasser angesetzte Lösungen anzuwenden.

*Dr. Petra Zizenbacher, „Apotheke über dem Herd“, Amalthea Signum
www.naturheilzentrum.at

Text:

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Mag. Dr. Doris Simhofer

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