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Schneuzen, schniefen, husten

Wetterkapriolen, Klimaanlagen, Heizung und ein geschwächtes Immunsystem – um einen handfesten Husten auszufassen, gibt es viele Möglichkeiten. Doch Husten ist keine Krankheit, sondern ein Symptom mit tieferem medizinischem Sinn: Durch das explosionsartige Ausstoßen von Luft werden der von den Bronchien produzierte Schleim, und damit auch Keime und Schadpartikel ausgestoßen. Husten ist daher auch ein Schutzreflex, der eine Verlegung der Atemwege verhindern soll.

Lästiger Husten, der kaum zur Ruhe kommen lässt, den Schlaf raubt und einem den Tag vergällt: Bei etwa 90 Prozent der Erkrankungen sind Viren die Ursache einer Infektion. Mediziner unterscheiden zwei Arten von Husten: den trockenen Reizhusten und den verschleimten Husten. Der anfangs trockene, unproduktive Reizhusten entsteht aufgrund von Infektionen der oberen Atemwege oder des Rachenraumes. Er wird durch einen Reflex im Hustenreizzentrum ausgelöst, um die Bronchien zu reinigen. Anhaltender Reizhusten belastet den Körper, weil er die Luft mit hoher Geschwindigkeit durch das Zwerchfell aus der Lunge schleudert. Dadurch können die Bronchien verletzt werden. Als produktiv bezeichnen Mediziner den nach drei bis vier Tagen folgenden verschleimten Husten. Er befreit die Bronchien von Schleim und Keimen und hat eine Reinigungsfunktion. Husten ist also nicht gleich Husten: Wesentlich ist, je nach Stadium der Erkrankung das entsprechende Medikament zu wählen.

Warum behandeln?

Neben der Unterscheidung zwischen hustenreizdämpfenden und schleimlösenden Medikamenten gibt es auch eine Klassifizierung in synthetische und pflanzliche Arzneimittel, die – je nach Hustenstadium – unterschiedliche Wirkungen haben. Reizhusten kann beispielsweise mit hustenreizdämpfenden Medikamenten behandelt werden, um zu verhindern, dass die entzündete Schleimhaut weiter geschädigt wird. Im normalen Krankheitsverlauf geht der trockene Reizhusten in etwa drei bis vier Tagen in einen verschleimten Husten über. In dieser Phase sollte der Hustenreiz nicht unterdrückt werden, verschleimter Husten muss also unbedingt mit anderen Hustenmedikamenten behandelt werden als trockener Husten.

Natürliche oder synthetische Medikamente?

Bei Husten werden sowohl synthetische als auch pflanzliche Substanzen eingesetzt. Zu den pflanzlichen Substanzen zählen ätheriche Öle und Saponine. Synthetische Arzneimittel werden etwa auf Basis von Acetylcystein, Bromhexin oder Ambroxol hergestellt. Diese Wirkstoffe aktivieren Enzyme, die die langkettigen Schwefelverbindungen des Schleims spalten. Untersuchungen zeigen, dass rezeptfreie Medikamente jedoch nur Symptome lindern, den Heilungsverlauf aber nicht beschleunigen. Zur kurzfristigen Behandlung von trockenem Reizhusten eignen sich besser Präparate auf der Basis von Dextrometorphan, die das Hustenzentrum im Gehirn hemmen. Bei den Schleimlösern haben sich Arzneien auf der Basis von Ambroxol als am wirksamsten und verträglichsten erwiesen.  Im Allgemeinen werden die in der Apotheke erhältlichen Medikamente gut vertragen. Vorsicht vor Nebenwirkungen ist  jedoch bei einigen synthetischen Arzneien geboten, wie Codeinhältigen Medikamenten. Wichtig ist, sich an die empfohlene Dosierung zu halten. Lesen Sie also den Beipackzettel oder fragen Sie Arzt oder Apotheker.

Das stärkt die Abwehrkraft

Um Husten in der kalten Jahreszeit zu vermeiden, gibt es mehrere Möglichkeiten: viel Bewegung in frischer Luft und natürliche Mittel, wie etwa Vitamin C oder Sonnenhutpräparate stärken das Immunsystem. Aber auch spezielle Medikamente fördern die Abwehrkraft, wie Hämophiloskeime, diese führen zu einem Anstieg von Antikörpern und stärken somit die Abwehrkräfte. Hat Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen der Husten ereilt, können äußerliche Anwendungen das Leiden lindern. Voraussetzung Nummer eins heißt: viel trinken. Spezielle Teemischungen aus der Apotheke und Erkältungsbäder helfen beim Einschlafen, Inhalationen und Kompressen mit ätherischen Ölen erleichtern das Atmen.
Üblicherweise ist ein Husten nach 10 bis 14 Tagen vorbei. Dauert die Erkrankung länger, sollte ein Arzt, idealerweise ein Lungenfacharzt hinzugezogen werden.

Text:

Mag. Dr. Doris Simhofer

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