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„Blasenentzündung“ – so beugen Sie vor

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Wer schon einmal einen Harnwegsinfekt überstanden hat, kennt die qualvollen Beschwerden nur zu gut. Ständiger Harndrang, ein Brennen und Stechen beim Harnlassen können die Lebensqualität enorm beeinträchtigen. Für junge Frauen zwischen 20 und 50 ist die Infektion meist ungefährlich und gut zu behandeln. Klagen Männer und Senioren über die typischen Beschwerden, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ein stechender Schmerz und Brennen, nur tropfenweiser Harnfluss, Urin, der manchmal sogar Blut enthält – ein ständiger Harndrang macht einen normalen Tagesablauf fast unmöglich. Als „Harnwegsinfekt“ bezeichnen Mediziner dieses Problem, der Volksmund spricht von einer „Blasenentzündung.“

Die Ursache eines Harnwegsinfekts ist eine bakterielle Infektion, in 80 Prozent der Fälle sind Coli-Bakterien die Auslöser. Diese Bakterien aus dem Darm – oder aber auch bei Frauen Bakterien aus der Scheide können über die Harnröhre aufsteigen und eine Infektion verursachen. Ob ein Harnwegsinfekt harmlos ist, kommt auf die Begleitumstände an. Bei jungen, sexuell aktiven Frauen ist diese Erkrankung ungefährlich und gut behandelbar. Frauen erkranken auch öfter daran, 20 Prozent der Altersgruppe zwischen 20 und 50 Jahren sogar zwei- bis dreimal pro Jahr. Das liegt an der weiblichen Anatomie: Frauen haben eine kürzere Harnröhre, Bakterien aus der Scheide oder aus dem Darm können so leichter aufsteigen. Auch bei Frauen in der Menopause kann ein Harnwegsinfekt öfter auftreten.

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Das liegt daran, dass sich die Scheidenschleimhaut durch den Östrogenmangel verändert und dieses Milieu eine Bakterienbesiedelung begünstigt. Darüber hinaus haben Frauen, die an einer Gebärmuttersenkung leiden, ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Durch eine unvollständige Blasenentleerung kann ein etwaiger Restharn die Bakterienbesiedlung ebenfalls fördern. Für Männer und Frauen gleich wichtig ist es daher, immer darauf zu achten, die Blase gründlich zu leeren, sodass kein Restharn zurück bleibt.

Vorsicht bei Männern

Bei Männern oder älteren Menschen ist eine solche Erkrankung komplizierter: Ein Infekt kann bei Risikogruppen oft ein Hinweis darauf sein, dass eine andere Erkrankung vorliegt, wie etwa Diabetes oder – bei Männern – eine vergrößerte Prostata, eine Prostataentzündung, oder aber eine anatomische Veränderung der Harnröhre, die eine Blasenentleerungsstörung mit sich bringt.

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Treten starke Beschwerden auf, sollten Sie sofort den Arzt aufsuchen, er führt einen einfachen Harnstreifentest durch. Dieser zeigt an, ob Bakterien im Harn sind, denn normaler Harn enthält kaum Bakterien Zur Diagnose kann aber auch Mittelstrahlharn herangezogen werden. Mit Hilfe des Harnstreifens wird analysiert, ob Entzündungszeichen oder Blut im Harn sind. Gelegentlich kommt es vor, dass der Betroffene von der Infektion nichts spürt und die erst im Zuge einer Routinekontrolle entdeckt wird. Das ist problematisch, denn aus jeder Infektion kann eine ernste, schwere Erkrankung werden. Beispielsweise wenn die Entzündung über den Harnleiter aufsteigt und bis in die Niere dringt. In diesem Fall kann es zu einer Nierenbeckenentzündung kommen. Mit einer entsprechenden Antibiotikatherapie können Sie jedoch bei ersten Symptomen die Grunderkrankung gut in den Griff bekommen.

Sind kalte Füße schuld?

Eine „normale“ Erkältung mit Schnupfen und Husten ist aber nicht der unmittelbare Auslöser eines Harnwegsinfekts. Das Erkrankungsrisiko steigt jedoch, wenn die Abwehrkraft geschwächt ist – eben im Falle einer Verkühlung. Dadurch kann es im Körper zu einer stärkeren Bakterienbesiedelung kommen, die einen Harnwegsinfekt verursachen. Ein trainiertes, starkes Immunsystem ist also eine gute Prophylaxe.

So können Sie vorbeugen

Um einen Harnwegsinfekt von vorneherein keine Chance zu geben, kann man einiges tun. Viel zu trinken ist zwar empfehlenswert, weil die Blase dadurch gründlich gespült wird. Zu wenig, aber auch übertriebene Hygiene kann die Entstehung begünstigen. Man sollte darauf achten die Blase gründlich zu entleeren, um Restharn zu vermeiden, denn die verbleibenden Bakterien können einen Infekt verursachen. Wenn Infekte immer wieder kehren, haben sich Blasentees oder Preiselbeerpräparate bewährt. Sie senken den pH-Wert des Harns, machen ihn also säuerlicher. Und Bakterien fühlen sich im Säure-Milieu nicht besonders wohl. Doch wenn es einen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wieder mal so richtig erwischt hat, kann man sich auch mit krampflösenden Tabletten Erleichterung verschaffen. Und vorbeugen, sodass es möglichst bei dieser einzigen Infektion in der kühlen Jahreszeit bleibt.

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Text:

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Mag. Dr. Doris Simhofer

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