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Schwere Beine sind ein Alarmsignal

Es beginnt alles vermeintlich harmlos. Der zunächst leichte, stechende Schmerz in den Beinen wird „tapfer“ überspielt, „ich mache eben öfter mal eine Pause beim Gehen“, beruhigen sich Betroffene selbst. Dann ist die Erkrankung meist schon fortgeschritten und Mediziner bezeichnen dies als eine „periphere arterielle Verschlusskrankheit“ (PAVK). Jeder 10. Österreicher ist davon betroffen, zunächst ohne es überhaupt zu wissen.

Schmerzen beim Gehen, beim Sitzen oder Liegen: die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) ist eine schleichende Gefahr, zumal sie anfangs unbemerkt bleibt, doch fatale Folgen haben kann, denn so harmlos wie die Erkrankung auf den ersten Blick scheint, ist sie bei weitem nicht. Kardiovaskuläre Erkrankungen, zu der auch die periphere arterielle Verschlusskrankheit zählt, sind die häufigste Todesursache, denn das größte Risiko ist es, infolge von PAVK einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Getarntes Leiden

Die Krankheit liegt zwar schon lange vor, ehe sich erste Symptome zeigen, doch meist kommen Betroffene erst zum Arzt, wenn der Leidensdruck nicht mehr zu verleugnen ist. Erste spürbare Anzeichen sind Belastungsschmerzen bzw. Beschwerden beim Gehen. Da längere Gehstrecken ohne Schmerzen kaum zu bewältigen sind, „tarnen“ Betroffene das indem sie öfter Gehpausen einlegen. Landläufig wird die Erkrankung daher auch als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet, da – wie bei einem Schaufensterbummel – immer wieder Zwischenstopps eingelegt werden müssen, da das Gehen beschwerlich und schmerzhaft wird. Vielfach wird die Erkrankung auch aus medizinischer Sicht nicht sofort erkannt, sie tritt meist erst in der 2. Lebenshälfte auf, sowie bei älteren Patienten, die weniger gehen oder mobil sind. Die Schmerzen beginnen zu in den Beinen, genauer: in den Waden, in den Oberschenkeln, seltener auch am Gesäß. Betroffene denken daher in erster Linie an ein orthopädisches Problem aufgrund des fortgeschrittenen Alters und werden lange auf diese Weise behandelt.

Sauerstoff – für Muskeln und Zellen

Ursache dieser Erkrankung ist eine mangelnde Sauerstoffzufuhr in Zellen und Muskeln, das kann im schlimmsten Fall auch zu einem Absterben des Gewebes führen. Jeder unserer Körperzellen braucht Sauerstoff um zu leben. Unsere Arterien übernehmen dabei eine wichtige Aufgabe: sie transportieren sauerstoffreiches Blut zu Organen und Muskeln. Eine gute Durchblutung ist daher eine wesentliche Voraussetzung für die Sauerstoffversorgung der Zellen. Sind Arm- oder Beinarterien jedoch verengt, ist diese lebenswichtige Versorgung nicht mehr ausreichend möglich. Eine Arterienverengung kann viele Ursachen haben, wichtig für den behandelnden Arzt ist es daher, ein umfassendes Risikoprofil aus gefäßmedizinischer Sicht abzufragen. Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Bewegungsmangel oder ein erhöhter Cholesterinspiegel sind wesentliche Risikofaktoren. Auch Übergewicht, falsche Ernährung oder Stress können gefäßverengende Wirkungen haben.

Eine fortgeschrittene PAVK ist nicht mehr heilbar, in früheren Stadien kann das Fortschreiten jedoch gut verhindert werden, in erster Linie mit Lebensstiländerung in Kombination mit Medikamenten. Im ersten Schritt sollten Sie daher das Rauchen abstellen. Zur medikamentösen Behandlung werden u.a. Gerinnungshemmer eingesetzt. Sie verhindern die Entstehung eines Gerinnsels, indem sie auf die Blutplättchen einwirken, ohne deren blutstillende Funktion zu beeinflussen. Weiters kann der Arzt durchblutungsfördernde Arzneien verordnen. Wichtig sind jedoch auch Medikamente zu verabreichen, die anderen Risikofaktoren entgegenwirken, wie etwa Blutdruck- oder Cholesterinsenker.

Rechtzeitig vorsorgen

Die beste Möglichkeit, um eine periphäre arterielle Verschlusskrankheit zu verhindern, liegt jedoch in der Vorsorge, die jeder einzelne in der Hand hat.

Tipps für einen gesunden Lebensstil:

  • Verzichten Sie auf Rauchen
  • Ernähren Sie sich gesund (Gemüse und Obst fünf Mal am Tag, wenig tierische Fette)
  • Achten Sie auf Ihren Blutdruck (optimaler Blutdruckwert 120:80 mmHg, normal 130:90 mmHg, hochnormal 130-139:85-89 mmHg)
  • Behalten Sie Ihren Cholesterinspiegel im Auge (gesunde Ernährung ist dabei eine wesentliche Voraussetzung)
  • Diabetiker sollten auf eine korrekte Einstellung des Blutzuckerspiegels achten
    Bewegen Sie sich regelmäßig – dreimal pro Woche mildes Ausdauertraining schützt die Gefäße
  • Übergewicht ist ein Risikofaktor – auch für viele andere Erkrankungen – achten Sie daher auf Ihr Gewicht
  • Genießen Sie Alkohol mit Bedacht
  • Vermeiden Sie Stress und legen Sie regelmäßig Entspannungspausen ein

Text:

Mag. Dr. Doris Simhofer

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