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Alles Yoga – oder was?

Was verbinden Sie mit dem Begriff „Yoga“? Stundenlangen Schneidersitz und atemberaubende Körperverkrümmungen von durchgeknallten Post-Hippies? Weit gefehlt – denn Yoga ist, seinem indischen Prinzip nach, eine sanfte Vereinigung von Körper und Geist, ein Bewegungsprogramm, das Muskeln und Seele stärkt – und keine Altersgrenzen kennt.

Yoga, genauer: „Asanas“, wie Yoga-Übungen bezeichnet werden, zeichnen sich durch einen Wechsel von Anspannung und Entspannung von Muskeln und Geist aus. Werden die Übungen richtig ausgeführt, bemerkt man schon nach wenigen Wochen die positiven Wirkungen: die Stützmuskulatur wird kräftiger, die körperliche Beweglichkeit wird gesteigert – Wohlbefinden kehrt ein. Vor allem Stressgeplagten wird eine Kombination aus Meditation und Yoga empfohlen, es wirkt aber auch gut bei Rückenbeschwerden oder Kopfschmerzen. Regelmäßiges Yoga entspannt, belebt, kräftigt die Muskeln und fördert die Durchblutung. Um Körper und Geist nachhaltig in Einklang zu bringen, ist es günstig, regelmäßig Yoga-Übungen im Alltag einzuplanen.

Sanfter Einstieg

Um Yoga zu praktizieren, ist weder eine besondere körperliche Leistungsfähigkeit, noch eine aufwändige Ausrüstung erforderlich. Dennoch raten erfahrene Yogalehrer, langsam an die Sache heranzugehen, vor allem auch, um die Aufmerksamkeit bewusst auf den eigenen Körper zu lenken. Yoga ist ein sanftes Bewegungsprogramm und kein Leistungssport, der persönliche Ehrgeiz sollte daher nicht unrealistisch hochgeschraubt werden – bei Yoga gibt es weder Gewinner, noch Verlierer. Gewinnen können Sie einzig ein positives Gefühl und eine bessere Lebensqualität für sich.

Wenn Sie einen Yoga-Kurs besuchen möchten, sollten Sie sich etwa 2 Stunden pro Einheit Zeit nehmen. Eine Yoga-„Stunde“ dauert nämlich ca. 60 bis 90 Minuten und beinhaltet neben den Asanas auch gezielte Atemübungen, Meditation und Entspannungsphasen. Vielleicht kennen Sie schon einige der klassischen Asanas, wie etwa die Brücke („Sethu Bandhasana“), den herabschauenden Hund („Adho Mukha Svanasana“) oder die Gleichgewichts-Asanas des Tänzers („Natarajasana“). Je nachdem, wo Ihre persönlichen Bedürfnisse oder Schwachpunkte (z.B. Kreuzschmerzen) liegen, können Yogaprogramme individuell abgestimmt werden.

Viele gute Seiten

Viele Yogatechniken können auch ergänzend zu einer medizinischen Behandlung eingesetzt werden, wie etwa bei Asthma, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder Kopfschmerzen. Die Kombination von Atemtechnik (Asthma), Entspannung (Bluthochdruck), Muskelkräftigung (bei Kopfschmerzen und Nackenverspannungen) wirkt sich schon nach wenigen Wochen positiv auf diese Beschwerden, sowie das Allgemeinbefinden aus. Werden die Körperübungen korrekt durchgeführt,wird der gesamte Bewegungsapparat gelenkiger und mobiler. Hinzu kommt, dass Yoga-Übungen Gelenke, Sehnen und Bänder nicht belasten, die Biegsamkeit jedoch sanft fördern, daher eignet sich Yoga ideal bei Rückenschmerzen oder Gelenksproblemen – und es wirkt sich positiv auf das vegetative Nervensystem aus. Körper und Geist kommen zur Ruhe.

Das kleine Yoga-ABC

Für Newcomer in der hohen Schule des Yoga sind möglicherweise viele unterschiedliche Begriffe verwirrend – Yogarichtungen, die allesamt ihren klassischen Ursprung haben. Hier ein kurzer Leitfaden:

Hatha-Yoga:

das klassisch „europäische“ Yoga verbindet Kraft, Ausdauer und Energie. Im Mittelpunkt stehen Körper- und Atemübungen. Ziel ist es, individuelle Übungsprogramme zu erarbeiten, die man auch zu Hause selbständig durchführen kann.

Ashtanga-Vinyasa-Yoga:

ein dynamischer Yogastil, bei dem Körperübungen mit Sprüngen und Bewegungen, sowie spezieller Atemtechnik verbunden werden.

Iyengar-Yoga:

diese kraftvolle Yoga-Art fokussiert auf Körperhaltungen und Atemübungen (Pranayama). Hinzu kommen bestimmte Hilfsmittel wie Gurte, Bänke, Stühle oder Matten, die es ermöglichen, bestimmte Asanas leichter durchzuführen und das Bewusstsein genau auf die aktivierten Körperbereiche zu legen.

Sivananda-Yoga:

Eine Verbindung klassischer Asanas mit Atem- und Entspannungsübungen, sowie mit Meditation und Ernährung.

Integrales Yoga:

ähnlich wie bei Hatha-Yoga werden Übungen für Körperhaltung, Entspannung, Atemübungen und Meditation verbunden, allerdings mit stärkerem spirituellem Fokus.

Kundalini-Yoga:

dabei wird die im Becken und im Bereich der Wirbelsäule ruhende Energie (Kundalini) angeregt. Mitunter werden Asanas aus dem Hatha-Yoga und dynamische Bewegungen mit reinigenden Atemübungen verbunden.

Neue Richtungen

Luna-Yoga:

westliches Yoga, das traditionelle Elemente des klassischen Yoga mit Körpertherapie verbindet.

Power-Yoga:

die kraftvolle Yoga-Variante, bei der klassische Yogapositionen länger gehalten werden, um Koordination, Balance und Kraft zu stärken.

Hormon-Yoga:

eine Kombination aus Hatha- und Kundalini-Yoga, ergänzt wird diese Form durch tibetische Energieübungen. Ziel ist es, die weiblichen Hormone zu stimulieren. Günstig ist Hormon-Yoga vor allem bei Frauen mit Wechselbeschwerden, durch die Hormonstimulation kommt es seltener zu Hitzewallungen oder Schlafstörungen.

Text:

Mag. Dr. Doris Simhofer

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