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Rückenschmerzen

Rückenschmerzen kennt wohl jeder, ein Schmerz, der schon mal den Tag vergällen kann. Viele Geplagte greifen zur „Überbrückung“ zu Tabletten, eine Art von Selbstmedikation, die jedoch nur wenigen hilft. Mit entsprechendem Rückentraining, wie etwa Qigong, kann man die Ursachen effektiv bekämpfen.

Rückenschmerzen sind wohl die häufigsten Beschwerden, nahezu 80 % der Bevölkerung laboriert mehr oder weniger regelmäßig daran.  Schmerzen, die Betroffene dazu verleiten, zu Medikamenten zu greifen. Doch was die Medizin als „low back pain“ (LBP, also „Kreuzschmerzen“) bezeichnet, kann nur begrenzt mit Tabletten bekämpft werden. Das bestätigt auch ein Cochrane Review, in den mehr als 1.800 Betroffene einbezogen wurden. Die meisten Schmerzmittel enthalten Paracetamol, in der üblichen Dosierung wirken diese im Falle akuter Kreuzschmerzen, so die Datenlage, nicht besser als ein Scheinmedikament.

Die Wurzel des Übels

„Unspezifische Kreuzschmerzen“ können viele Ursachen haben, oft sind es psychosomatische Beschwerden, wenn zu viel auf den Schultern lastet und die Energiereserven nahezu aufgebraucht sind. Wer zu wenig schläft, sich ungesund ernährt oder sich wenig bewegt, entwickelt häufiger Rückenschmerzen als Menschen mit gesunder Lebensweise. Diese Schmerzen entstehen meist im unteren Teil des Rückens oder in der Nierengegend.

Eine gute Möglichkeit, um die Ursachen des Übels an der Wurzel zu packen, ist Qigong, ein sanftes Bewegungskonzept aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Diese vereint fließende Bewegungen, richtige Atemtechnik und Entspannung.

Achtsamkeit und Innenschau

Wirkungsvolle Übungen, die vor Überlastung, Verspannungen und Rückenschmerzen schützen, können problemlos in den Alltag integriert werden. Basis dafür ist die richtige Atmung. Der japanischen Tradition („Hara“) nach, liegt im Bauch das Zentrum des Lebens, das gepflegt und gestärkt werden will. Eine einfache Übung: legen Sie die Hand auf Ihren Bauch und atmen Sie gleichmäßig und tief ein – und zwar so lange, bis sie den Atem im Unterbauch spüren. Das schult auch die Wahrnehmung und stärkt das Lebenszentrum.

Vor jedem Trainingseinstieg sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, er kann im Fall von Rückenschmerzen erkennen, wo der Ausgangspunkt von Schmerzen liegt und eine körperliche Ursache ausschließen. Eine gute Möglichkeit, um den Rücken zu stärken, ein spezielles Wirbelsäulen-Qigong. Körper und Arme fließen dabei in weichen Wellenbewegungen, sodass die Rückenmuskeln gelockert werden.

Zum Ausprobieren:

Eine klassische Übung ist der „Weg der Seidenraupe“. Dabei stehen Sie aufrecht und beginnen mit sanften Bewegungen, die Wirbelsäule in kreisförmigen Bewegungen zu „rütteln“, ähnlich einer Raupe. Wichtig ist dabei, die innere Vorstellungskraft zu aktivieren, die Bewegungen der Raupe zu verinnerlichen und diese langsam von der Hüfte nach oben auszuführen. Diese sanften Bewegungen lockern die Muskeln und bringen das Qi des Körpers zum Fließen.

Bewegungen wie diese helfen nicht nur bei akuten Rückenschmerzen, sondern tragen auch dazu bei, sie von vorneherein zu vermeiden.

Text:

Mag. Dr. Doris Simhofer

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