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Burnout

Stress und Burnout sind Zustände, die nicht nur vielbeschäftigte Manager ereilen. Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Müdigkeit sind auch eine Antwort auf seelische Überforderung – und keine Frage des Alters oder des Jobs.

Fühlen Sie sich oft ausgebrannt und kraftlos? Die Lust an sozialen Kontakten wird anstrengend, der Alltag ist kaum zu bewältigen? Dann ist es Zeit, die „Notbremse“ zu ziehen, denn das könnte ein Warnzeichen für zu viel Stress oder einen drohenden Burnout sein, denn Überlastung ist keine Frage des Alters.

Jeder 5. unserer Mitmenschen fühlt sich überlastet, ausgebrannt. Ein Zustand, der sich nicht von heute auf morgen breitmacht, sondern sich langsam in unser Leben schleicht. Schon lange bevor der Kopf weiß, dass hier etwas nicht in Ordnung ist, sendet der Körper seine Signale: Energielosigkeit, Schlafprobleme, Unlust und Selbstzweifel sind Alarmzeichen, die Sie jedoch gut in den Griff bekommen können –  vorausgesetzt Sie hören auf Ihren Körper. Der Griff zu noch mehr Zigaretten, Alkohol oder Tabletten ist jedoch keine Lösung, bestenfalls ein „chloroformieren“ des Zustandes.

Was aber genau ist Stress und wie führt er unausweichlich in einen Burnout. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) hat 2012 die wesentlichen Kriterien definiert, die typisch für den Weg von der klassischen Stressspirale in einen Burnout sind. Dazu zählen:

• Emotionale Erschöpfung

• Zynismus/Distanzierung/Depersonalisation

• Verringerte Arbeitsleistung

Emotionale Erschöpfung

Viele kennen die Probleme: Der Tag beginnt und man kommt kaum aus dem Bett, statt im Schlaf neue Energien zu tanken, wälzt man sich im Bett und die Gedanken kreisen. Tagesmüdigkeit, Abgeschlagenheit, aber auch körperliche Beschwerden – meist Rücken- oder Kopfschmerzen – sind die Folgen, wenn alles zu viel wird. Aufgrund dieser allgemein negativen Befindlichkeit, arbeitet auch der Geist nicht gerade in Höchstform. Jedes noch so kleine Problem wird als Lebenskrise gesehen, Frustration, Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit macht sich breit, Betroffene ziehen sich zurück und verbarrikadieren sich hinter dicken Mauern. All diese Probleme wirken sich nicht besonders günstig auf die Arbeitsleistung aus. Wer über längere Zeit in diesem Zustand verharrt, sieht seine frühere Kreativität schwinden und damit schwindet auch das seelische Gleichgewicht.

Doch keine Angst, nicht jedes Problem, das „schlaflose Nächte“ verursacht, muss in Dauerstress oder Burnout münden. Dauert der negative Zustand jedoch über Wochen oder gar Monate an, ist akuter Handlungsbedarf gegeben, denn Dauerstress verursacht bereits lange bevor man ihn körperlich spürt, wesentliche chemische Veränderungen im Körper. Üblicherweise steigt der Adrenalinspiegel in Stresssituation. Das ist normal und auch gut so, denn die Evolution hat uns diesen Mechanismus mitgegeben, um uns zu schützen. Bleibt der Adrenalinspiegel jedoch dauerhaft erhöht, geraten lebenswichtige Stoffwechselvorgänge aus der Balance. So etwa wird der Zuckerstoffwechsel angekurbelt, der Energieumsatz ist erhöht, dadurch nimmt das Gewebe zu viel Kalzium auf, es lagert sich in den Knochen und führt im ungünstigsten Fall zu Osteoporose. Außerdem wird durch den hohen Energieumsatz auch wichtiges Magnesium verbraucht. Der Körper beschränkt seine Funktionen auf wichtige Organe, wie Leber, Herz, Niere und Hirn, um den Untergang länger hinaus zu zögern.

Was hilft gegen Stress?

Stress und Burnout sind kein unausweichliches Schicksal und Sie können einiges dazu tun, um dem zu entgehen. Wichtig ist es vor allem, in Ihrem Leben „Ordnung“ und „Muster“ zu schaffen. Ein effektives Zeitmanagement ist zugleich auch ein gutes Stressmanagement. Wichtig ist es auch, zu lernen, wie man mit Stress umgeht. Gesundheitspsychologen oder Coaches, die in diesem Bereich spezialisiert sind, helfen weiter. Viele Stressgeplagte sind im Akutfall nicht mehr in der Lage, sich zu entspannen. Doch es ist nie zu spät, um wirkungsvolle Entspannungstechniken zu erlernen. Yoga, Tai Chi, Qi Gong oder Progressive Muskelentspannung sind effektive Bewegungskonzepte, um gar nicht erst in die Stressspirale zu geraten. Hilfreich ist es, sich offen über seine Probleme auszusprechen. Mit Freunden, in der Familie oder mit speziell geschulten Psychotherapeuten.

Coaching: eine Begleitung und Unterstützung bei schwierigen Arbeitssituationen trägt dazu bei, dass man eigene Strategien findet, besondere Fähigkeiten deutlich macht und Probleme aus einer anderen Perspektive sieht. Sie helfen mit, neue Perspektiven und Veränderungsmöglichkeiten zu finden. Betroffene werden angeleitet, selbst Lösungen zu entwickeln und erfahren so Hilfe zur Selbsthilfe.

Eine äußerst wirksame Möglichkeit, um Stress vorzubeugen und ihn zu bekämpfen, ist Bewegung. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Dabei müssen Sie sich weder kasteien, noch zu Höchstleistungen zwischen. Leichter Ausdauersport, wie Radfahren, Wandern, Spazierengehen, Walken trägt dazu bei, dass Sie weiterhin am Boden bleiben. Achten Sie auf Ihre Atmung. Scheuen Sie sich nicht manchmal auch richtig „durchzuschnauben“ oder kraftvoll zu seufzen, das befreit und erleichtert. Vor allem aber: verringern sie die „Drehzahl“, mit der Sie durchs Leben hetzen. Pausen einlegen, rasten, Rituale einführen sind wichtige Kniffe, um die innere Balance zu erhalten, denn auch die innere Ruhe muss – wie Zähne, Haare oder Haut – achtsam gepflegt werden.

Text:

Mag. Dr. Doris Simhofer

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