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Lavendel

Blaublütige Schönheit

Allein der Anblick von blühenden Felder der Provence beruhigen. Lavendel, eine wahre Schönheit unter den Duftpflanzen hat jedoch noch mehr geheimnisvolle Kräfte, als unser Auge wahrnehmen kann. Ob Tee, Öl, Wickel oder als wohltuendes Schlafkissen – der edle Blaublütler hat unzählige gesunde Facetten. Nicht ohne Grund wurde er daher zur „Duftpflanze des Jahres 2016“ erklärt.

Lavendel ist nicht nur eine duftende Zierde für den Garten. Bereits im alten Ägypten war seine Heilkraft weithin bekannt. Doch nicht alles was als Lavendel bezeichnet wird, ist auch echter Lavendel. Die Urform der Pflanze wird als Lavandula Angustifolia bezeichnet und gedeiht am besten in Höhen zwischen 600 und 1.000 Metern, also klassischerweise in der Provence. In herkömmlichen Ölen wird häufig auch Lavandin verwendet, einer Kreuzung zwischen Speik- und echtem Lavendel, der jedoch nicht dieselbe Heilkraft hat wie echter Lavendel. Auch andere Zuchtformen, wie Lavendel Munstead oder Lavendel Hidecote sind Arten, die jedoch in der Medizin kaum Bedeutung haben, aber für die Parfumindustrie.

Beruhigend und entspannend

Studien zeigen, dass die traditionelle Heilpflanze ein nahezu unüberschaubares Wirkspektrum hat. Blüten und Öl wirken bei Schlafstörungen, bei Unruhe und Nervosität, Lavendelöl zum Einnehmen hat außerdem dieselbe schlaffördernde und sogar angstlösende Wirkung wie synthetische Arzneimittel. Auch Rückengeplagte kennen die positiven Seiten des Schönlings – eine Massage mit Lavendelöl oder ein duftendes Bad mit Lavendelblüten lockert verkrampfte Muskeln und entspannt den Geist. Öle aus echtem Lavendel, so jüngste Untersuchungen, können bei Angststörungen gleich gut wirksam sein wie Antidepressiva. Eine weitere heilende Facette der Pflanze: sie kann Faden- und Hefepilze unschädlich machen. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Inhaltsstoffe bei Nagelpilz oder Candida die Krankheitserreger abtöten.

Gesunder Inhalt

Die vielseitige Wirkung ist auf die mehr als 150 Inhaltsstoffe des Lavendels zurückzuführen. So etwa enthält die Pflanze Antioxidatien, also zellschützende Substanzen, wie Flavonoide. Saponine wiederum sind bekannt für ihre entzündungshemmende Wirkung. Sie sind auch in Gemüse, wie Sojabohnen, Spinat oder Knoblauch enthalten. Nervöse Darmbeschwerden, Blähungen oder Reizmagen lassen sich durch die Anwendung von Lavendeltees oder –ölen lindern.

Ruhiger Schlaf

Für Gestresste und alle, die an Ein- oder Durchschlafstörungen leiden, empfiehlt sich vor dem Zubettgehen ein Lavendelbad. Dazu übergießt man 250 Gramm Lavendelblüten mit fünf Liter Wasser und lässt diese etwa 15 Minuten ziehen. Danach wird die Flüssigkeit abgeseiht und ins Badewasser gegossen. Bei Schlafproblemen hilft auch Lavendeltee. Dafür werden etwa zwei Teelöffel Lavendel Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergossen. Am besten hilft die Mischung, wenn man drei bis vier Tassen davon über den Tag verteilt trinkt. Die wohltuende Wirkung entfaltet sich auch bei Kopfschmerzen oder Stresssymptomen.

Lavendel als gesunde kulinarische Veredelung ist eher – außer als Lavendelessig – wenig bekannt. Eine Prise Lavendelblüten verleiht herzhaften Fisch- oder Fleischgerichten eine besondere Note. Und wer weiß, vielleicht zählt Lavendeleis schon bald zu ihren sommerlichen Eisfavoriten.

Text:

Mag. Dr. Doris Simhofer

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