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Weltnichtrauchertag

Der Weg zur letzten Zigarette

Die Niederösterreicher sind leidenschaftliche Raucher:  21,8 Prozent rauchen, in Österreich greifen 2,3 Millionen Menschen regelmäßig zur Zigarette. Der 31. Mai, der Weltnichtrauchertag, wäre ein guter Tag, um ein „No Tobacco Life“ einzuleiten.

„Ich kann jederzeit aufhören“, „mein Großvater hat 30 Zigaretten am Tag geraucht und war nie krank“, sind Argumente, die Raucher jederzeit parat haben. Natürlich gibt es Raucher, die das „Glück“ haben, trotz Abhängigkeit nicht krank zu werden, aber 50 Prozent der Abhängigen tragen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko mit sich. Auch die Sache mit dem Jederzeit-Aufhören-Können ist eine weit verbreitet Fehlannahme. Es ist zwar eine Voraussetzung, dass der Wille vorhanden sein muss. Doch mit dem Willen allein funktioniert das Aufhören nicht. Der Vorsatz „Ich höre auf“ ist eine einmalige Willensentscheidung – doch die Abhängigkeit „prüft“ den Raucher zig-Male am Tag, ob er es denn wirklich ernst meint. Dann muss man nur ein einziges Mal schwach werden und schon ist man wieder in der Spirale drin. Das wissen eingefleischte Raucher.

Dem blauen Dunst abzuschwören, das funktioniert aber nicht „im Vorbeigehen“, vor allem, weil sich Entzugssymptome sehr stark einstellen können. Sie reichen von körperlichen Beschwerden, wie schwitzen, Ruhelosigkeit, den typischen „Grant“, wenn man keine Zigaretten hat bis hin zu übermäßigem Ersatzessen: Der Entzugswillige muss sich das Leben in dieser Phase gut einteilen, um Situationen zu vermeiden, die zum Rauchen verleiten. Wer unter besonders starken Entzugserscheinungen leidet, sollte eine Nikotinersatztherapie machen. Eine solche Therapie mindert die Lust an der Zigarette.

Den Erfolg einer Therapie beeinflusst auch die Menge an Zigaretten, die ein Raucher pafft. Denn: je mehr Zigaretten ein Raucher konsumiert, desto schwieriger ist der Entzug. Doch auch bei schweren Entzugserscheinungen sollte man nicht aufgeben, denn diese klingen üblicherweise nach zwei bis drei Wochen ab. Es gibt zwar eine Art „Suchtgedächtnis“, das den Neo-Nichtraucher erinnert: Jetzt wäre eine Zigarette gut! Doch der Verführung zu widerstehen, fällt nach längerer Abstinenz meist leicht.

Die Hälfte aller Raucher möchte mit dem Rauchen aufhören, doch 70 Prozent scheitern ohne Hilfe. Nur etwa 3 bis 5 Prozent schaffen es ohne eine Therapie. Raucher, die schon den 5. oder 6. Versuch hinter sich haben, sollten den Mut nicht verlieren, denn auch das ist eine Tatsache: Je öfter man einen Versuch unternommen hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es beim nächsten Mal auch wirklich klappt. Es ist nie zu spät für einen Rauchstopp. Bereits nach zwei Tagen ist der Körper von Nikotin und Kohlenmonoxid befreit. Nach einigen rauchfreien Wochen verbessert sich die Lungenfunktion und die Lebensqualität steigt. Jede einzelne Zigarette ist gesundheitsschädlich und verkürzt die Lebenszeit. Schon ein bis vier Zigaretten pro Tag erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Gesundheitlich unbedenkliches Rauchen gibt es nicht – das gilt auch für den Gelegenheitskonsum.

Viele Raucher sind mit ihrem Rauchverhalten nicht zufrieden und haben schon einmal überlegt zu reduzieren oder aufzuhören. Dies ist der Startpunkt, sich über Möglichkeiten zum Rauchstopp zu informieren oder eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen.

Text:

Mag. Dr. Doris Simhofer

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