A A A

Zecken

Die Natur sichert ihnen gute Überlebenschancen

Zecken sind Überlebenskünstler. Die Natur sichert ihnen überdies gute Überlebenschancen, denn sie haben keine natürlichen Feinde, sie sind genügsam und anpassungsfähig. Für Mensch und Tier können sie jedoch gefährlich werden, denn sie sind Überträger von FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) und Lyme-Borreliose.

Der Platzhirsch unter den heimischen Zeckenarten ist der Gemeine Holzbock mit 95 % Anteil an der Zeckenpopulation. Weniger verbreitet sind Auwaldzecken, Reliktzecken oder die Braune Hundezecke, die meist mit herrenlosen Hunden aus Mittelmeerländern importiert wird. Dem Gemeinen Holzbock machen Kälte und Feuchtigkeit kaum zu schaffen, auch Waschgänge bei 40 Grad überlebt er mit Bravour. Den Wäschetrockner allerdings nicht mehr. Auch im Wasser kommt der Gemeine Holzbock einige Wochen gut zurecht, er kann sich hier sogar weiter entwickeln, solange bis er wieder Sauerstoff braucht, kann er auch untergetaucht bleiben. Trockenheit hingegen ist ein Todfeind. Grundsätzlich ist ein Stich der Zecke harmlos, sofern das Tier nicht mit Krankheitserregern, wie Borrelia-Bakterien oder FSME-Viren infiziert ist. Je nach Region schwankt die Rate der mit Borrelien infizierten Zecken zwischen 10 und 30 %. Der Erreger stammt aus einem Wirtstier der Zecke, wird während der Blutmahlzeit aufgenommen und gelangt in den Darm der Zecke. In Mitteleuropa sind das Bakterium Borrelia burgdorferi und sechs weitere Borrelia-Arten dieser Gruppe Verursacher der Lyme-Borreliose, benannt nach seinem Schweizer Entdecker Willy Burgdorfer, der den Erreger 1981 beschrieben hat.

Wie gefährlich sind Borrelien?

Ohne die Zecke wäre Lyme-Borreliose nicht übertragbar. Fest steht, dass die meisten Wirtstiere, die die Zecke befällt, nicht an Lyme-Borreliose erkranken. Mensch und Hunde hingegen können an einer Borrelien-Infektion erkranken. Auch die Lyme-Borreliose wird vom Gemeinen Holzbock übertragen. Die Erkrankung geht beim Menschen meist mit Symptomen, wie der typischen „Wanderröte einher und kann, bleibt sie unbehandelt, Spätfolgen haben. Bis es zu einer Infektion des Menschen kommt, dauert es etwa 30 bis 36 Stunden, das Bakterium breitet sich erst einmal in der Haut aus und gelangt manchmal in den Blutstrom. FSME-Viren hingegen werden sofort nach dem „Andocken“ der Zecke an den Wirt übertragen. Wichtig ist es daher, eine Zecke sofort und fachgerecht zu entfernen, um eine Infektion zu verhindern. Eine Untersuchung der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigt, Zecken sind viermal häufiger mit Borrelien als mit FSME-Viren infiziert sind.

Eine Borrelien-Infektion kann auch bei Hunden auftreten, sie verläuft zunächst unauffällig. Fieber und Müdigkeit sind typische Krankheitszeichen, in weiterer Folge können Lahmheit oder Gelenksentzündungen hinzukommen. Gegen diese Infektion kann der Hund geimpft werden, sie ist auch mit Antibiotika behandelbar. Die FSME tritt beim Hund eher selten auf. FSME ist eine Virusinfektion, die zu Fieber, Beeinträchtigung des Nervensystems und Wahrnehmungsstörung führen kann.

Außer gegen die vorbeugende FSME-Impfung beim Menschen und Lyme-Borreliose-Impfung beim Hund gibt es derzeit noch keine Impfungen gegen Krankheiten, die von Zecken übertragen werden. Haustiere schützt man vor Zecken mit speziellen, beim Tierarzt erhältlichen Zeckenschutzmitteln, die einmal im Monat verabreicht werden.

Text:

Mag. Dr. Doris Simhofer

Ein Projekt der

Durchgeführt von