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Frühjahrsmüdigkeit

Das große Gähnen

Eigentlich sollten wir jetzt aufblühen. Die Tage werden länger, bald schon erwacht die Natur aus dem Winterschlaf. Doch jeder Zweite leidet an Frühjahrsmüdigkeit. Sie beginnt oft schon im Februar und kann bis in den April hinein dauern. Warum uns alljährlich das große Gähnen ereilt, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Fest steht, dass eine Reihe von Faktoren daran beteiligt ist.

Beim Umschalten auf Frühlingsbetrieb liefern sich besonders das Schlafhormon Melatonin und der Glücksbotenstoff Serotonin einen Machtkampf. Der Körper steigert seine Temperatur, wenn es wärmer wird, der Blutdruck wird leicht gesenkt und aufgrund der länger strahlenden Sonne wird auch die Melatonin-Produktion gedrosselt, um stattdessen die Serotonin-Kaskaden anzuregen. Dieser Übergang ist jedoch für den Körper belastend – der Kreislauf kommt aufgrund der Umstellung nicht so wirklich auf Touren und wird aufgrund der Melatonin-Produktion müde. Bis sich unser Körper an die neue Jahreszeit, an das frische Frühlingslüfterl und die lachende Sonne gewöhnt hat, können schon einige Wochen vergehen.

5 Tipps für mehr Energie

Licht, Luft, Wärme. Bekommt unser Körper zu wenig Sauerstoff, macht er schlapp. Sonnenlicht und viel frische Luft helfen dem Körper beim Umschalten auf „Frühling“. Dadurch wird die Melatonin-Produktion gedrosselt und die Serotonin-Ausschüttung angeregt.

Kreislauf auf Trab bringen. Kneippen, Sauna oder wechselwarme Duschen trainieren das Gefäßsystem und machen es für Temperaturschwankungen weniger empfindlich. Auch Morgengymnastik ist – selbst wenn sie schwer fällt – ein gutes Mittel, um die neuen Energien zu mobilisieren. Dehnen und Strecken erleichtern das Aufstehen.

Sich Gutes tun. Auch wenn ein Glas Sekt den Kreislauf angeblich auf Touren bringt – ein probates Mittel gegen die Frühjahrsmüdigkeit ist diese Therapie nicht. Auch Kaffee oder Tee eignen sich nicht als Aufputschmittel. Besser ist Mineralwasser, das den Körper auch mit entsprechenden Spurenelementen versorgt. Auch ein Stückchen Schokolade macht – aufgrund des Serotonin-Gehalts – glücklich; zu viel davon macht allerdings dick und wiederum schlapp.

Fröhliche Farben. Verordnen Sie sich einen Tapetenwechsel im wahrsten Sinn: Bringen Sie frischen Wind in ihre vier Wände, indem Sie sich selbst einen Blumenstrauß schenken oder die Wohnung mit hübschen, bunten Wohnaccessoires, wie Gläsern, Vasen oder neuen Farben für die Wände aufpeppen. Oder verwöhnen Sie sich mit einer neuen, fröhlichen Frühlingsgarderobe. Auch das hat oft einen nachhaltigen Muntermacher-Effekt.

Gönnen Sie sich Ruhepausen. Wenn Ihnen Ihr Körper sagt „ich brauche Schlaf“, dann sollten Sie auf diese innere Stimme nach Möglichkeit hören. Klar, nicht jedes Büro ist mit Spezial-Stühlen für Power-Napping ausgestattet – aber wenn Sie zu Hause die Gelegenheit für ein kurzes Mittagsschläfchen haben, dann dürfen Sie sich dieses auch ohne schlechtes Gewissen gönnen.

Text:

Mag. Dr. Doris Simhofer

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